Trainingsequipment

Das richtige Trainingszubehör zu finden ist fast eine Wissenschaft. Es gibt tausende Variationen am Markt. Einige davon sind empfehlenswert, viele viele andere hingegen sind – um es auf den Punkt zu bringen – reiner Müll.

Thaipads

Jeder Kampfsportler hat es irgendwann mit diesem ultimativen Trainingsutensil zu tun. Man kann mit guten Pratzen jahrelang überaus effektiv trainieren und im Normalfall gehen einem diese nicht kaputt.

Ob Leder oder Kunstleder… das Material ist hier zwar wichtig, aber nicht DAS Kriterium, das die Brauchbarkeit von guten Thaipads bestimmt. Viel wichtiger ist die Polsterung. Wie bei den Boxhandschuhen gibt es viele verschiedene Ausführungen. Extrem weiche Pads mögen dem ein oder anderen zwar eventuell bequemer erscheinen, aber vergesst bitte nicht, dass weiche Pads auch für den Pratzenhalter weich sind und dieser ggf. eine zu große Wucht der Schläge und Kicks abbekommt. Auch darf schon mal ein wenig „Abhärtung“ sein.

Handpratzen / Handteller

Wie auch bei den Thaipads ist die Polsterung eines der wesentlichen Punkte, die über die Qualität der Polster bestimmen. Hier gilt es zu beachten, dass die „Mitts“ nicht zu dünn sind. Man schont dadurch nicht nur seine eigenen Gelenke, sondern auch jene des Pratzenhalters.

Für beides – Thaipads, als auch Handpratzen – gilt aber auch, dass der Verschluss hochwertig zu sein hat. Schnallenverschlüsse sind in der Regel stabiler, was aber auch nur dann zutrifft, wenn das Material robust und stark ist und auch die Verarbeitung hochwertig. Billiges, dünnes Plastik reiß hier sehr gerne und schnell aus. Handgearbeitete Rindsleder-Pratzen aus Thailand hingegen sind robust und definitiv zu bevorzugen.

Klettverschluss ist sehr komfortabel und schnell und einfach zu wechseln. Natürlich hat jeder Klettverschluss irgendwann mal sein Lebensende erreicht – je nachdem, wie oft er aufgerissen wird. Aber auch hier kommt es sehr stark auf die Qualität der Verarbeitung an; manche Klettverschlusspratzen halten viele, viele Jahre. Billigimporte aus Niedriglohnländern hingegen sind nach wenigen Anwendungen reif für den Restmüll.

Es gibt auch Handteller, bei denen die Pratzen wie Handschuhe übergezogen werden und nicht durch einen Klett fixiert. Für lockeres Techniktraining kann das schon mal ausreichen – für Schlagtraining mit Krafteinsatz sollte man sich jedoch gut überlegen diese anzuschaffen.

Ergonomie

Sowohl bei den Thaipads, als auch bei Handpratzen gibt es neben den klassisch flachen Polstern auch gekrümmte Ausführungen. Diese sind nicht automatisch besser oder geben Auskunft über die Qualität, sondern hier geht es rein um die Vorlieben des Trainierenden. Die einen arbeiten lieber mit geraden, andere mit gekrümmten Modellen.

Ob „curved“ oder nicht, es gibt teilweise auch bei den Pratzen verschiedene Größen. Vergewissert euch im Vorfeld, dass diese nicht zu klein sind. Zu kleine Handteller bieten dem Pratzenhalter keinen Schutz seiner Handgelenke. Auch sind Thaipads nicht zu empfehlen, die nicht über die Ellenbogen des Halters reichen. Wer schon mal mit dem Vorderfußrücken auf einen Ellenbogen getroffen hat, weiß das nur zu gut…

Sandsäcke

Gerne stellt man es sich so einfach vor… schnell mal einen Sandsack zuhause aufgehängt und schon kann das Training losgehen.

Ist ausreichend Platz vorhanden?

Wenn es doch nur so leicht wäre! Für effektives Sandsacktraining ist erstmal genügend Platz erforderlich. Mindestens 2 m rund um einen Sandsack sollte definitiv mal Raum sein. Sonst kommt man ganz schnell in die Situation, dass man bei jedem gut ausgeholten Kick Angst um seine Zehen bekommt. Statisch vor dem Sandsack zu stehen ist auch kein effektives Training, somit lasst lieber die Finger davon, wenn euer Zuhause keinen entsprechenden Platz hergibt – wäre nur schade um das Geld.

Das richtige Material

Wie so oft im Kampfsport gilt auch beim Sandsack, dass das Außenmaterial eng mit der Qualität zusammenhängt. Echtes Leder ist sicherlich das Optimum. Aber auch Kunstleder kann schon mal für eure Bedürfnisse absolut ausreichen.

Das Innenleben ist beim Sandsack aber DAS Kriterium. Traditionell wird ein Sandsack mit Sand gefüllt. Je nach Größe des Sackes (darauf wird später eingegangen) verdichtet sich der Sand am unteren Ende teilweise so stark, dass es sich oft anfühlt, als ob dieser mit Beton gefüllt sei. Der ein oder andere mag das jetzt vielleicht als positiv oder „Abhärtung“ kommentieren. Aber seid euch bewusst, dass der Spaß am Sandsacktraining ganz schnell vergeht, wenn ihr dauerhaft mit blauen Schienbeinen trainiert.

Ähnliche Verdichtungseigenschaften wie der erwähnte Sand hat übrigens auch Granulat. Auch hier wird der Sandsack teils betonhart im unteren Bereich.

Textilstreifen und alte Stoffrest sind hingegen sehr angenehm zum Trainieren – auch bei größeren Sandsäcken. Gerade anfangs müssen diese gut verdichtet werden und auch ab und zu nachgefüllt, da sich das Textil erst setzen muss. Wenn es jedoch verdichtet ist, machen auch Lowkicks am Sandsack Spaß.

Die richtige Größe

Der Sandsack sollte mind. die Größe von euch selbst haben, wenn ihr auch Lowkicks trainieren möchtet. 1,80 m sind somit meist ausreichend um sowohl Kopfschläge, als auch niedrige Kicks in allen Variationen zu trainieren.
Für Boxer reicht eine kürzere Variante hingegen absolut aus. ABER… je kleiner der Sandsack, desto leichter wird er. Wenn er zu leicht ist, erhöht sich auch der Platzbedarf wieder, da der Sandsack mehr schwingt und man ja mit ihm mitarbeiten muss.
Wählt also eine Variante, die für eure Bedürfnisse passt.

Aufhängung

Was viele unterschätzen, die sich für zuhause einen Sandsack anschaffen möchten, ist die Aufhängung desselben. Wenn ihr nicht gerade eine stabilde Vollbetondecke zuhause habt, reicht nicht einfach ein Haken und fertig. Ein 1,80 m großer Sack mit Granulat wiegt schon mal im unbewegten Zustand 70-80 kg. Wenn dann noch draufgehauen wird oder gar Clinchen geübt wird, verdoppelt sich das Gewicht ganz schnell.
Sorgt also dafür, dass die Aufhängung diese Belastungen aushält und dass auch die Decke nicht gleich ausbricht, sobald ihr zu hart tretet oder schlagt.

Seitlich an die Wand geschraubt sollte ein Sandsack nur werden, wenn es nicht anders geht und auch nur mit einem Ausleger, der lange genug ist. Bei 50 cm hat ein 25 cm dicker Sandsack nur 25 cm Luft um zu schwingen. Jedem wird wohl klar sein, dass dies nicht genug Platz für effektives Training ist.

Sobald ihr aber einen längeren Ausleger verwendet, seid euch im Klaren, dass dieser entsprechend stabil sein muss, denn sonst bricht er ganz schnell oder ihr reißt den Putz aus der Wand, denn hier wirkt sich das Gewicht noch mehr auf die Wand aus, als auf die Decke.

Bauchgurt

Ein – vor allem in Thailand – sehr beliebtes Trainingsutensil ist der Bauchgurt. Bestens geeignet für Pushkicks, mittelhohe Sidekicks oder auch Körperhaken.
Der Bauchgurt sollte jedenfalls schützen und an den richtigen Stellen extra verstärkt sein. Auch sollte er sich an unterschiedliche Körperformen anpassen können.

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